Der Spreewald

In nur einer Stunde Bahnfahrt von Berlin entfernt, findet man eine der schönsten und einzigartigsten Naturlandschaften Mitteleuropas – den Spreewald. Die Vorraussetzungen für die Entstehung der von vielen Kanälen durchzogenen Landschaft hatte schon die letzte Eiszeit vor etwa 10 000 Jahren geschaffen. Seit dem 8. Jahrhundert wurde er aber auch von Menschen besiedelt, die die Besonderheiten dieser Landschaft zu nutzen wußten und ihn in langer Zeit in eine Kulturlandschaft verwandelten.
Besonders attraktiv ist das Spreewalddorf Lehde, welches schon 1315 erstmalig in einem Kaufvertrag schriftlich erwähnt wird. Dort stehen auf kleinen Inseln noch alte Bauernhäuser, die liebevoll restauriert, oder auch nach altem Muster wieder neu aufgebaut wurden.

Im Spreewald
Als einzigstes Transportmittel für die ansässigen Bauern und Fischer dienten viele Jahrhunderte ausgehölte Baumstämme. Sie wurden nachweislich noch bis ins frühe 19. Jahrhundert benutzt. Dieser wurde mit einem langen Stock, den man vom Grund abstößt, „gestakt“. Erst gegen Anno 1850 wurde der eigentliche Spreewaldkahn von einem Tischler in Lehde entwickelt. Diese neuen Kähne konnten aufgrund ihrer Bauart viel mehr Last aufnehmen und vor allem auch im flachen Wasser fahren, was vor allem in den Sommermonaten während der Erntezeit sehr vorteilhaft war.
transport Noch heute dient der Spreewaldkahn zum Transport von Menschen und Gütern im Spreewald.
Die Kähne sind heute größtenteils aus Aluminium gefertigt aber es gibt auch noch Kahnbauer, die noch traditionelle Holzkähne in begrenzter Anzahl fertigen.
Noch heute leben in Lehde ca 140 Einwohner. Knapp die Hälfte davon sind auch heutzutage auf den Kahn als Transportmittel angewiesen.
Wenn die Winter mal wieder richtig kalt werden so das die Temperaturen in den zweistelligen Minusbereich fallen, dann frieren die Fließe hier im Spreewald auch mal zu.
Aber oft ist die Eisdecke nicht dick genug um sie sicher zu begehen. Mancher “Insulaner” stellt dann einen Kahn quer über das Fließ vor sein Haus um bei zu dünner Eisdecke sicher auf die andere Seite zu gelangen.
Kahn als Brücke

Dirk Kleemann